Von Muonio über die E4 nach Stockholm

Oder wie man 1300 km in 3 Tagen fährt. Samstag Morgen haben wir uns in Muonio von Juha, Paula und den 2 Dackeln verabschiedet und sind erst mal gar nicht weit gekommen. Der Duc wollte nicht anspringen. Irgendwie zickte er vorher schon ein bisschen rum. Nach ein bisschen hin und her und mit Starthilfe ging es dann auf die E8 gen Süden.

Es war ziemlich regnerisch (was auch sonst?) und auch extrem windig. In Wellen ging es mehr oder wenig zügig nach Tornio. Auf dem Rückweg haben wir natürlich auch den Nordpolarkreis überquert.

Kommentar Miriam: In die falsche Richtung. Wer will schon den Polarkreis nach Süden überqueren?

In Tornio war unser erstes Ziel: Einkaufen. Tornio liegt direkt an der Grenze und ist der südlichste mit Schweden verbundene Punkt. Die Lebensmittel in Finnland sind vergleichsweise teuer. In Schweden ist es aber noch teurer. Und wir wollten den im Duc freien Platz unter dem Bett für ein bisschen Blaubeersaft nutzen.

Dann ging es nach Schweden, was war direkt hinter der Grenze? Ein Ikea natürlich. Wir wollten aber noch ein bisschen weiter. Es ging auf die E4, die uns die nächsten Tage begleiten sollte.

Kommentar Miriam: Die E4 ist eine ziemlich langweilige Straße, auf der man ständig zu beiden Seiten hin eingezäunt ist. Ist nix mit Pipipause im Wald.

Bei Luleå (genaugenommen bei Boden) gibt es die nördlichste CNG Tankstelle in Schweden. Da CNG etwas preiswerter und vorallem etwas effektiver als Benzin ist, haben wir diese mitgenommen und haben uns von dort aus nach einem Camping umgeschaut. Wir haben beschlossen, noch weiter nach Piteå zu fahren und dort am Yachthafen mit WoMo Stellplätzen zu stehen.

So ging der erste Tag nach knapp 480 km zu Ende. Es war immer noch ziemlich windig, aber trocken und klar.

Funfact: Kallax ist nicht nur ein Ikearegal, sondern eine Stadt, an der wir vorbei gefahren sind.

Die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter war ziemlich gut. Also haben wir erstmal in Ruhe unsere Bolognese gekocht und waren ziemlich platt. Eigentlich wollten wir grade Richtung bettfertig machen ins Sanitär gehen, als Miriam meinte, dass Polarlichter am Himmel seien.

Die regelmäßigen Leser wissen wahrscheinlich, dass man für die Betrachtung von Polarlichtern folgende Dinge beachten sollte:

1. Es sollte möglichst dunkel sein.

2. Eine freie Sicht in Richtung Norden sollte gegeben sein.

3. Man sollte genügend anziehen, es könnte kalt werden.

Also so hatten wir einen hellbeleuchteten Stellplatz, mit Blick auf Hochhäuser und eine Fabrik. Ich schätze mal Windstärke 4 und natürlich auch nicht so sonderlich viel an.

Trotzdem sind ein paar Fotos zusammen gekommen.

Hier dann einmal die Fabrik, die wir im Hintergrund hatten. Das Schauspiel war dann aber nach einer halben Stunde (in der es auch pinke Polarlichter gab) wieder vorbei und wir konnten Richtung Bett.

Der nächste morgen startete mit viel Wind und Sonne. Zuhause regnete es wohl, also hatten wir Glück. 🙂

Von Piteå ging es weiter Richtung Süden. Wieder über die E4, dieses Mal zum Tanken nach Skellefteå. Die CNG Tankstelle war etwas außerhalb in einem Industriegebiet (wie gefühlt alle folgenden auch noch). Hier ist nach dem Tanken erst mal wieder nix passiert. Der Duc wollte nicht anspringen. Die Ironie, 150 m weiter war eine Werkstatt, aber es war Sonntag. Nach ein bisschen Rappeln an der Masse und dem Abziehen und wieder Aufstehen und ein bisschen dies und das hat er sich dann doch, trotz scheinbar leerer Batterie, dazu überredenlassen lassen, wieder anzuspringen…

Also kein Touristop sondern ein paar km fahren. Wir sind dann mehr oder weniger bis zu den Höga Kusten weiter gefahren. Dies ist eine Steilküste, die nach der letzten Eiszeit entstanden ist und bis zum 285 m hoch ist. Wir wollten die Beine etwas vertreten und haben es gewagt, den Duc auszumachen. Es gibt dort Klettersteige und auch einen „Wanderweg“, der klettersteigähnlichen Charakter hatte. Es wurde beim Einstieg vor einem schweren Weg gewarnt. Also wurden wir nur mehr angestachelt, da hoch zu gehen.

Das war der Einstieg, noch wirklich einfach und easy. Also sowas hatten wir ja schon mehrfach.

Und dann kam das hier, das war super, aber nichts für Leute mit Höhenangst. Also Mama: Du darfst da nicht hoch…

Dafür wurden wir oben mit einer noch schöneren Aussicht belohnt. Das Wetter war übrigens ein Traum, Sonne, leichte Wolken und trocken. Zuhause hat es geregnet haben wir gehört… 😉

Es ging dann weiter. Das Auto sprang natürlich ganz brav an. In Härnösand haben wir noch getankt und sind weiter bis ein paar km unter Sundsvall. Wir hatten wieder einen Blick auf eine Fabrik, aber auch aufs Meer und einen tollen Mondaufgang. Ich bin nach eine Dusche nur noch ins Bett gefallen. Wir sind wieder ungefähr 480 km gefahren.

Heute Morgen ging es bei Sonnenschein weiter, natürlich südlich auf die E4, nachdem wir im Supermarkt noch Baguette, Zimtschnecken und ein paar anderen Kleinigkeiten gekauft hatten. Unter anderem Blåblå-Lime Saft. Wir haben es liebevoll Blaubeerleim genannt.

Gefrühstückt haben wir im Auto und dabei alles vollgekrümelt und den Leim probiert. Also schmeckt weder nach Blaubeere noch nach Limette. Es ist beides mal dran vorbei gelaufen 1,4 und 1% (oder so). Die Hauptzutat ist: Birnensaft.

Habe ich erwähnt, dass der Duc heute mehrfach einwandfrei angesprungen ist? Also immer ohne Probleme, so darf es weiter gehen. Das Ziel für heute: Stockholm. Wir haben bei Seeaussicht ein Zimmer über Airbnb gebucht, zwischendurch kurz getankt und dann in Stockholm im Stau gestanden… Vor Ort haben wir einen Parkplatz gefunden, der Automat wollte weder Miriams noch keine Kreditkarte futtern, und diese tolle App war super programmiert. Nachdem meine Rufnummer dann registriert war, ohne dass ich eine Bestättigung bekommen hatte, und Miriams Kreditkarte eingepflegt war, konnten wir ein Parkticket ziehen. Hat auch nur eine Stunde gedauert.

Im Anschluss sind wir in das Einkaufscenter in der Nähe gelaufen und haben eine Runde gedreht und einen groooooßen Kaffee getrunken. Wir wollten für die restlichen Bolognese noch italienischen Hartkäse haben. Diesen haben wir gefunden und uns an die Kasse gestellt. Die Dame vor uns hatte 6 Kartons mit je 12 Päkchen Kaffee auf dem Band, es schien Rabatt zu geben. Dafür durften jedoch nicht mehr als 6 Pakete auf einmal verkauft werden. Also hat sie 6*6 Pakete Kaffee gekauft. Hat ungefähr 20 Minuten gedauert.

Also:

Parkticket ziehen: 1 Stunde

Käse kaufen: 30 Minuten

Dann bekamen wir eine Nachricht, dass wir doch schon einchecken konnten, und sind dann in die Richtung gelaufen, in die wir dachten, dass wir müssen. War auch am Anfang richtig. Am Ende sind wir auch am Auto raus gekommen. Aber irgendwie war der Rückweg deutlich länger als der Hinweg. Wie das wohl kommt?

Morgen machen wir dann Stockholm unsicher. Gucken uns wahrscheinlich Vasa, die Altstadt und mal gucken was noch an. Ein bisschen Souvenirshops und sowas.

Während wir Kaffee getrunken haben, haben wir auch eine Fähre für den Rückweg gebucht. Es geht von Malmö nach Travemüde und dann noch 450 km mit dem Auto.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

AlphaOmega Captcha Medica  –  What Do You See?