Levi

Gestern hieß es Abschied nehmen von Elina, Kari, Roki und den Pferden. Nachdem wir die Hütte vom gröbsten Dreck befreit und noch zwei Flaschen Fiege als Abschiedsgeschenk dort gelassen hatten, ging es über die Schotterpiste zehn schlaglochreiche Kilometer zurück nach Lohiniva. Fun Fact: Etwa ein Drittel der Straßen in Finnland sind Schlammstraßen oder Sandwege.

Eigentlich wollten wir noch einkaufen, aber der örtliche Supermarkt – der wohl gleichzeitig auch als Tankstelle dient – hatte nicht die erwünschte Auswahl. Also beließen wir es bei zwei Flaschen Cola und ekelhaft süßen Teilchen mit Marmeladenfüllung und setzten unsere Fahrt fort.

Über Kittilä ging es nach Levi, das ein bekannter Ort für Skitourismus ist. Unsere Unterkunft befand sich in einem Haus auf einer kleinen Haustierfarm. Beim Blick vom Essenstisch konnten wir daher auf rangelnde Ziegen und ein grunzendes Minischwein hinunter blicken.

Abends gingen wir noch auf Polarlichtjagd. Aufgrund der Bewölkung bekamen wir zwar keine Polarlichter zu sehen, dafür sichteten wir unseren ersten Elch sowie zwei Füchse, die meinten, sich gegenseitig über die Straße scheuchen zu müssen.

Der Vorteil daran, dass wir verhältnismäßig früh im Bett landeten, war, dass wir am nächsten Morgen zeitig los konnten. Unser Ziel sah folgendermaßen aus:

Wir hatten keine Ahnung, ob es einen sinnvollen Weg nach oben gab, wollten aber unbedingt auf diesen „Berg“. Nach einer Weile stießen wir tatsächlich auf einen Hinweis, wo es lang gehen könnte:

Stellenweise ging es ziemlich steil nach oben und es machte sich bezahlt, dass wir beide unsere hohen Wanderschuhe trugen. Unterwegs hatten wir weitere Begegnungen mit der hiesigen Fauna. Neben einer Art Schneehuhn – zumindest vermuten wir, dase es sich um eines handelte – sahen wir eine Schlange:

Nach einigen weiteren anstrangenden Höhenmetern, bei denen uns trotz einer Temperatur von 10 Grad richtig warm wurde, erreichten wir den Gipfel und wurden mit einer herrlichen Aussicht auf die endlose Weite der herbstlich gefärbten Wälder belohnt.

Nach einer kurzen Pause und vielen Fotos machten wir uns an den Abstieg, wählten aber einen anderen Weg. Zugegeben, wir wussten nicht, wo wir am Ende heraus kommen würden, aber das machte es interessanter.

Wie auch bereits der Hinweg, erwies sich der Weg nach unten als anspruchsvoll, da stellenweise eine große Steigung im Gelände zu überwinden ist.

Manchmal wurde aus dem Wanderweg ein Geröllfeld oder ein Steg:

Hier noch mal ein Beispiel dafür, wie extrem das bunte Laub der Bäume leuchtet. Diese Zeit des Jahres bezeichnet man hier übrigens als ruska.

Abgesehen von farbenfrohen Bäumen gibt es im Moment auch Unmengen an Beeren. Die Waldböden sind komplett bedeckt mit niedrigen Beerensträuchern.

Aufgrund unserer Unkenntnis waren wir allerdings nicht in der Lage zu erkennen, ob das, von dem wir glauben, dass es Blaubeeren sind, auch wirklich welche sind. Und da wir ja keine Experimente mehr beim Essen machen wollten, haben wir es uns gespart, welche zu pflücken.

Morgen geht es mit dem Auto weiter. Wir werden drei Nächte in Muonio verbringen und danach wird es wohl leider schon wieder Richtung Süden gehen.

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