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Mädelswochenende in Tallinn

Wenn man zu viel Zeit hat, kommt man manchmal auf gute Ideen. Zum Beispiel, spontan eine Reise zu buchen. Wir suchten unser Ziel nach folgenden Kriterien aus: Möglichst günstige Flüge und am besten möglichst weit im Norden. So fiel unsere Wahl auf Tallinn (für die unwissenden Leser: Hauptstadt von Estland).

Wir starteten unseren Kurzurlaub am Freitagmorgen, indem wir unsere Reisekasse aufstockten.

Anschließend wurde es sportlich. Wir schnappten uns unsere Pandaapotheke-Schwimmbeutel und zogen ein paar Bahnen im Schwimmbad.

Inzwischen waren wir hungrig und gönnten uns ein reichhaltiges Mittagessen, bevor wir nach Weeze fuhren.

Die Fahrt verlief reibungslos. Am Check-In wurde es kurzzeitig spannend: Um nicht zusätzlich 55 € pro Person zahlen zu müssen, mussten wir uns noch schnell online einchecken (komische Preispolitik einer Billigfluglinie), aber zum Glück hat es rechtzeitig funktioniert. Den Flug konnten wir mehr oder weniger entspannt genießen – ich mit einem Junggesellenabschied in der Nachbarschaft, Jana neben einem Betrunkenen. Am Flughafen angekommen versorgten wir uns noch mit Getränken, bevor wir zum Hotel fuhren und uns unserer wohlverdienten Nachtruhe hingaben.

Das Frühstück am nächsten Morgen war solide und so konnten wir uns gestärkt auf den Weg machen, um die Stadt zu erkunden. Es gab Schneehaufen, viele alte Gebäude und hernekeitto – ach nee, supp – zu entdecken.

Jana gönnte sich, wohl verleitet durch den Sonnenschein und das blaue Wasser, ein Fußbad im Meer. Zurück im Hotel gab es Sandwiches ohne Nährwert, einen vielversprechend klingenden Energiedrink namens Burn sowie das RTL-Nachmittagsprogramm.

Am Abend zogen wir noch einmal los, um etwas Vernünftiges zu essen. Zuerst konnten wir uns nicht entscheiden und landeten am Ende in einer Pizzeria. Mit Pizza kann man schließlich nicht viel falsch machen, dachten wir jedenfalls. Nun wissen wir, bei Pizza kann man sehr viel falsch machen, indem man z.B. die Tomatensauce weglässt. Alles in allem machte es zwar pappsatt und lag schwer im Magen, war aber unbefriedigend.

Am nächsten Tag hatten wir leider nicht so viel Glück mit dem Wetter. Da es zuerst regnete und später in Schnee überging, verbrachten wir den größten Teil des Nachmittags in einem Einkaufszentrum. Einer guten alten Tradition folgend suchten wir einen Asiaten auf, um dort zu essen, was sich als eine bessere Wahl als die Pizza herausstellte. Gegen Abend klarte es auf. Wir nutzten das, um einen kleinen Spaziergang zum Meer zu unternehmen… auf der anderen Seite liegt übrigens Finnland. Später gab es wieder qualitativ hochwertige Fernsehunterhaltung.

Der eigentliche Anlass für unsere Reise war mein Geburtstag, den wir Montag mit einem Ausflug in den Lahemaa Nationalpark feierten. Kurz gesagt, tolle Landschaft. Die Bilder sprechen für sich.

 

        

 

Am Abend gingen wir zunächst Essen – diesmal estnisch, es gab super leckeres Brot und Hausmannskost wie bei Oma – und anschließend stießen wir noch mit Cocktails an. Die Laborbar hatten wir schon am ersten Tag entdeckt und die Tatsache, dass sie Getränke aus Reagenzgläsern, Erlenmeyerkolben und Bechergläsern servierten, lässt natürlich das Chemikerherz höher schlagen. Jana hätte gern einen zweiten Cocktail gehabt, war aber zu vernünftig.

Damit endete unser Kurzurlaub leider auch schon fast… Am nächsten Morgen ging es zeitig zurück zum Flughafen und dann Richtung Heimat. Schön war es. Wo es uns wohl als nächstes hinziehen wird?