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Stockholm, Malmö und alte Bekannte

Der aufmerksame Leser wird nicht umhin gekommen sein zu bemerken, dass unsere Geschichte doch recht abrupt endete. Nein, wir sind nicht unterwegs abhanden bekommen. Es war wohl eher der Mangel an WLAN und Motivation. Aber besser spät als nie. Deswegen nun endlich der Abschluss unserer Reise.

Zunächst sind wir ein wenig durch Stockholm gebummelt und haben diverse Souvenirgeschäfte aufgesucht, um Dinge zu kaufen, die man unbedingt (nicht) braucht. Wir hatten sogar Glück mit dem Wetter und es regnete mal nicht. Anscheinend hatten wir uns auch einen besonderen Tag für unseren Besuch ausgewählt. Es liefen nämlich überall wichtig aussehende Leute und feiner Kleidung herum. Etwas, das uns besonders erheiterte, war ein kleiner Mähroboter, der den Rasen vor dem Schloss in Form hielt. Es hat einfach eine gewisse Komik, wenn dort ein sehr ernst drein blickender Wachposten steht und hinter ihm der Roboter seine Kreise zieht…

Unabhängig voneinander hatten uns mehrere Personen die Empfehlung ausgesprochen, das Vasa Museum zu besuchen. Auf dem Weg dorthin lockte uns der Duft nach Zimtschnecken in ein Café. Leider entpuppte es dich als Fehler, unseren Gelüsten nachzugeben. Nachdem wir beide etwa die Hälfte unserer Zimtschnecken gegessen hatten, überkam uns eine Übersättigung an Zucker, sodass wir auch die folgenden Tage nichts Süßes mehr sehen wollten…

Mit einer Fähre ging es im Anschluss zum Museum, das wirklich sehr sehenswert ist. Das Kriegsschiff Vasa ist bei seiner Jungfernfahrt nach etwa 1300 m gesunken, konnte aber später geborgen und restauriert und nun von uns bewundert werden.

Unsere nächste Etappe führte uns in ein Dorf bei Karlskoga, unsere ehemalige Mitschülerin und meine Namensvetterin Miriam besuchen. Während Jana sich einen kleinen süßen Schweden schnappte, der in ihren Armen einschlief, wurde ich von Miriams Tochter mit einem Kunststoffschwert verprügelt… Kinder sind großartig (Achtung, Ironie). Alles in allem hatten wir einen sehr schönen Nachmittag mit leckerem Essen und guten Gesprächen. Danke an Miriam!

Am Abend rissen wir noch einige Kilometer herunter, schließlich mussten wir am nächsten Tag in Malmö ankommen, um es entspannt zur Fähre zu schaffen. Die Nacht verbrachten wir etwa auf halber Strecke zwischen Karlskoga und Malmö auf einem Rastplatz.

In Malmö stand auch schon der nächste Besuch auf dem Programm. Als nämlich feststand, dass wir über Malmö fahren würden, habe ich Kontakt zu Elena aufgenommen, die mal für einige Monate als Gast bei uns im Labor gearbeitet hatte. Auch an Elena danke, dass es so spontan mit einem Treffen geklappt hat.

Insgesamt hat uns Malmö gut gefallen. Ich persönlich fand, es hat mehr Charme als Stockholm, vermutlich bedingt durch die nicht vorhandenen Touristenscharen. Für die letzte Nacht in Schweden hatten wir uns wieder einen Parkplatz ausgeguckt und tja, was soll ich sagen? Das war richtige Dreckswichskacke. Die sanitären Einrichtungen hatten nämlich nur von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Ich habe mich ziemlich darüber aufgeregt. Also ging es zur Verrichtung wichtiger Geschäfte auf die Kundentoilette eines nahe gelegenen Supermarktes, der zumindest von 7 bis 22 Uhr geöffnet hatte.

Am nächsten Morgen ging es zeitig zur Fähre. Natürlich versagte das Auto im entscheidenden Moment wieder, sodass wir erneut auf Starthilfe angewiesen waren. Einer der Mitarbeiter am Hafen hat eine ganze Zeit am Motor rumgeschraubt. Zum Dank gab es eine Flasche Fiege für ihn. Gut, dass wir einen kompletten Kasten mitgenommen hatten. Ein letzter Blick auf Malmö vom Schiff aus, dann hieß es acht Stunden lang die Zeit totschlagen, um schließlich von Travemünde aus die letzten 450 km nach Hause auch noch durchzufahren.

Und damit endete es. Nach 4650 Autokilometern, 353 718 Schritten, 751 Seemeilen und vielen aufregenden neuen Erfahrungen waren wir wieder in Herne. Mal sehen, wohin es uns als nächstes verschlagen wird…