Von Muonio über die E4 nach Stockholm

Oder wie man 1300 km in 3 Tagen fährt. Samstag Morgen haben wir uns in Muonio von Juha, Paula und den 2 Dackeln verabschiedet und sind erst mal gar nicht weit gekommen. Der Duc wollte nicht anspringen. Irgendwie zickte er vorher schon ein bisschen rum. Nach ein bisschen hin und her und mit Starthilfe ging es dann auf die E8 gen Süden.

Es war ziemlich regnerisch (was auch sonst?) und auch extrem windig. In Wellen ging es mehr oder wenig zügig nach Tornio. Auf dem Rückweg haben wir natürlich auch den Nordpolarkreis überquert.

Kommentar Miriam: In die falsche Richtung. Wer will schon den Polarkreis nach Süden überqueren?

In Tornio war unser erstes Ziel: Einkaufen. Tornio liegt direkt an der Grenze und ist der südlichste mit Schweden verbundene Punkt. Die Lebensmittel in Finnland sind vergleichsweise teuer. In Schweden ist es aber noch teurer. Und wir wollten den im Duc freien Platz unter dem Bett für ein bisschen Blaubeersaft nutzen.

Dann ging es nach Schweden, was war direkt hinter der Grenze? Ein Ikea natürlich. Wir wollten aber noch ein bisschen weiter. Es ging auf die E4, die uns die nächsten Tage begleiten sollte.

Kommentar Miriam: Die E4 ist eine ziemlich langweilige Straße, auf der man ständig zu beiden Seiten hin eingezäunt ist. Ist nix mit Pipipause im Wald.

Bei Luleå (genaugenommen bei Boden) gibt es die nördlichste CNG Tankstelle in Schweden. Da CNG etwas preiswerter und vorallem etwas effektiver als Benzin ist, haben wir diese mitgenommen und haben uns von dort aus nach einem Camping umgeschaut. Wir haben beschlossen, noch weiter nach Piteå zu fahren und dort am Yachthafen mit WoMo Stellplätzen zu stehen.

So ging der erste Tag nach knapp 480 km zu Ende. Es war immer noch ziemlich windig, aber trocken und klar.

Funfact: Kallax ist nicht nur ein Ikearegal, sondern eine Stadt, an der wir vorbei gefahren sind.

Die Wahrscheinlichkeit für Polarlichter war ziemlich gut. Also haben wir erstmal in Ruhe unsere Bolognese gekocht und waren ziemlich platt. Eigentlich wollten wir grade Richtung bettfertig machen ins Sanitär gehen, als Miriam meinte, dass Polarlichter am Himmel seien.

Die regelmäßigen Leser wissen wahrscheinlich, dass man für die Betrachtung von Polarlichtern folgende Dinge beachten sollte:

1. Es sollte möglichst dunkel sein.

2. Eine freie Sicht in Richtung Norden sollte gegeben sein.

3. Man sollte genügend anziehen, es könnte kalt werden.

Also so hatten wir einen hellbeleuchteten Stellplatz, mit Blick auf Hochhäuser und eine Fabrik. Ich schätze mal Windstärke 4 und natürlich auch nicht so sonderlich viel an.

Trotzdem sind ein paar Fotos zusammen gekommen.

Hier dann einmal die Fabrik, die wir im Hintergrund hatten. Das Schauspiel war dann aber nach einer halben Stunde (in der es auch pinke Polarlichter gab) wieder vorbei und wir konnten Richtung Bett.

Der nächste morgen startete mit viel Wind und Sonne. Zuhause regnete es wohl, also hatten wir Glück. 🙂

Von Piteå ging es weiter Richtung Süden. Wieder über die E4, dieses Mal zum Tanken nach Skellefteå. Die CNG Tankstelle war etwas außerhalb in einem Industriegebiet (wie gefühlt alle folgenden auch noch). Hier ist nach dem Tanken erst mal wieder nix passiert. Der Duc wollte nicht anspringen. Die Ironie, 150 m weiter war eine Werkstatt, aber es war Sonntag. Nach ein bisschen Rappeln an der Masse und dem Abziehen und wieder Aufstehen und ein bisschen dies und das hat er sich dann doch, trotz scheinbar leerer Batterie, dazu überredenlassen lassen, wieder anzuspringen…

Also kein Touristop sondern ein paar km fahren. Wir sind dann mehr oder weniger bis zu den Höga Kusten weiter gefahren. Dies ist eine Steilküste, die nach der letzten Eiszeit entstanden ist und bis zum 285 m hoch ist. Wir wollten die Beine etwas vertreten und haben es gewagt, den Duc auszumachen. Es gibt dort Klettersteige und auch einen „Wanderweg“, der klettersteigähnlichen Charakter hatte. Es wurde beim Einstieg vor einem schweren Weg gewarnt. Also wurden wir nur mehr angestachelt, da hoch zu gehen.

Das war der Einstieg, noch wirklich einfach und easy. Also sowas hatten wir ja schon mehrfach.

Und dann kam das hier, das war super, aber nichts für Leute mit Höhenangst. Also Mama: Du darfst da nicht hoch…

Dafür wurden wir oben mit einer noch schöneren Aussicht belohnt. Das Wetter war übrigens ein Traum, Sonne, leichte Wolken und trocken. Zuhause hat es geregnet haben wir gehört… 😉

Es ging dann weiter. Das Auto sprang natürlich ganz brav an. In Härnösand haben wir noch getankt und sind weiter bis ein paar km unter Sundsvall. Wir hatten wieder einen Blick auf eine Fabrik, aber auch aufs Meer und einen tollen Mondaufgang. Ich bin nach eine Dusche nur noch ins Bett gefallen. Wir sind wieder ungefähr 480 km gefahren.

Heute Morgen ging es bei Sonnenschein weiter, natürlich südlich auf die E4, nachdem wir im Supermarkt noch Baguette, Zimtschnecken und ein paar anderen Kleinigkeiten gekauft hatten. Unter anderem Blåblå-Lime Saft. Wir haben es liebevoll Blaubeerleim genannt.

Gefrühstückt haben wir im Auto und dabei alles vollgekrümelt und den Leim probiert. Also schmeckt weder nach Blaubeere noch nach Limette. Es ist beides mal dran vorbei gelaufen 1,4 und 1% (oder so). Die Hauptzutat ist: Birnensaft.

Habe ich erwähnt, dass der Duc heute mehrfach einwandfrei angesprungen ist? Also immer ohne Probleme, so darf es weiter gehen. Das Ziel für heute: Stockholm. Wir haben bei Seeaussicht ein Zimmer über Airbnb gebucht, zwischendurch kurz getankt und dann in Stockholm im Stau gestanden… Vor Ort haben wir einen Parkplatz gefunden, der Automat wollte weder Miriams noch keine Kreditkarte futtern, und diese tolle App war super programmiert. Nachdem meine Rufnummer dann registriert war, ohne dass ich eine Bestättigung bekommen hatte, und Miriams Kreditkarte eingepflegt war, konnten wir ein Parkticket ziehen. Hat auch nur eine Stunde gedauert.

Im Anschluss sind wir in das Einkaufscenter in der Nähe gelaufen und haben eine Runde gedreht und einen groooooßen Kaffee getrunken. Wir wollten für die restlichen Bolognese noch italienischen Hartkäse haben. Diesen haben wir gefunden und uns an die Kasse gestellt. Die Dame vor uns hatte 6 Kartons mit je 12 Päkchen Kaffee auf dem Band, es schien Rabatt zu geben. Dafür durften jedoch nicht mehr als 6 Pakete auf einmal verkauft werden. Also hat sie 6*6 Pakete Kaffee gekauft. Hat ungefähr 20 Minuten gedauert.

Also:

Parkticket ziehen: 1 Stunde

Käse kaufen: 30 Minuten

Dann bekamen wir eine Nachricht, dass wir doch schon einchecken konnten, und sind dann in die Richtung gelaufen, in die wir dachten, dass wir müssen. War auch am Anfang richtig. Am Ende sind wir auch am Auto raus gekommen. Aber irgendwie war der Rückweg deutlich länger als der Hinweg. Wie das wohl kommt?

Morgen machen wir dann Stockholm unsicher. Gucken uns wahrscheinlich Vasa, die Altstadt und mal gucken was noch an. Ein bisschen Souvenirshops und sowas.

Während wir Kaffee getrunken haben, haben wir auch eine Fähre für den Rückweg gebucht. Es geht von Malmö nach Travemüde und dann noch 450 km mit dem Auto.

Pallas-Yllästunturi Nationalpark

Nachdem wir gestern aufgrund des durchwachsenen Wetters einen eher ruhigen Tag eingelegt hatten, ging es heute wieder etwas aktiver zu. Wir fuhren in den Pallas-Yllästunturi Nationalpark, um den Taivaskero zu besteigen. Mit seinen 809 m die höchste Erhebung des Nationalparks.

Da wir uns oberhalb der Baumgrenze befanden, war es durchgängig windig und trotz Sonne frisch. Deswegen waren wir auch gut eingepackt.

Beim Abstieg sahen wir noch eine kleine Gruppe Rentiere, von denen eines wohl eine Glocke trug. Jedenfalls bimmelte es die ganze Zeit. Dank der Infotafeln auf der Familienrunde, die wir vorgestern gelaufen waren, wissen wir ja neuerdings auch, dass Rentiere mit Glocke eine spezielle Bezeichnung haben (die ich mir aber nicht gemerkt habe).

Wir hatten unsere Wanderung schneller beendet, als erwartet. Den Rest des Tages verbrachten wir vor allem mit Fotostops an diversen Seen.

See Nummer 1:

See Nummer 2:

See Nummer 3:

Diesen kannten wir bereits von unserer Hinfahrt nach Muonio. Aber da ja heute die Sonne schien, bot es sich an, hier nochmals schönere Postkartenmotive zu schießen 😉

        

Habt ihr euch je gefragt, woher manchmal diese Steintürme in Landschaften stammen? Jana hat mich heute desillusioniert, indem sie einfach einen gebaut hat…

Das hier ist für alle, die mich fragen, ob ich nicht mal irgendwo Urlaub machen möchte, wo man ins Wasser gehen und am Strand liegen kann:

Muonio

Ach und übrigens: Es regnet grade mal wieder.

Nachdem wir gestern ziemlich früh ins Bett gefallen sind waren wir heute trotzdem müde und sind bis 9 liegen geblieben.Wir haben (mal wieder) Obst mit Joghurt und Müsli gefrühstückt. Zu meinem Leidwesen gibt es hier kein ordentliches Brot. Es ist einfach trocken, hat keine richtige Kruste und ist einfach nicht meins. Also gab es Pfirsich, Banane und Birne. Wir haben es Perfektioniert unsere Zimmer innerhalb von 30 Minuten chaotisch zu bekommen. Irgendwie haben wir immer gaaaanz viel zu Essen dabei. Also haben wir heute morgen gespült, gesaugt und geräumt.

Es war schon kurz nach 11 und wir sind zum Supermarkt gefahren und haben ein paar Sachen eingekauft. Unter anderem: Aufbackbrötchen! Mal gucken wie die sind. Wir haben fast 45 Minuten im Supermarkt verbracht weil wir noch ein bisschen hier und da geguckt haben was es so spannendes gibt.

Im Anschluss waren wir noch in einem Souvenirshop und haben etwas gebummelt.Da wir keine Experimente mehr beim Essen machen wollten gab es heute Mittag etwas beim Burger King, wir vermuten das dies der nördlichste Burger King ist. Wir wissen es aber nicht genau.

Es war also schon 13.30 Uhr als wir losgekommen sind. Nach einem Fotostop mit Blick auf See und Bergen sind wir noch in den Nationalpark gefahren. Wir haben uns das Visitor Center angeguckt, geschaut wie lange die Wanderroute für Freitag sein soll und sind eine kleine 3km Runde gelaufen. Es war eine Runde für Familien mit Schildern zu Historie, Flora & Fauna. Sehr Infomativ.

Dann sind wir angekommen. Das Zimmer hier ist der Hammer. Wir haben ein Sofa, es gibt mal Stauraum der nicht nur Haken sind. Wir haben ein Bad und teilen uns die Küche mit dem Host. Dazu gibt es 2 sehr zutrauliche und süße Rauhauardackel.

Wir hatten Pizza zum Abendessen, keine Experimente heute.

Und jetzt bin ich müde und muss gleich schlafen. Miriam schaut grade Simpsons im Fernsehen (auf Englisch mit Finnischen Untertiteln).

Levi

Gestern hieß es Abschied nehmen von Elina, Kari, Roki und den Pferden. Nachdem wir die Hütte vom gröbsten Dreck befreit und noch zwei Flaschen Fiege als Abschiedsgeschenk dort gelassen hatten, ging es über die Schotterpiste zehn schlaglochreiche Kilometer zurück nach Lohiniva. Fun Fact: Etwa ein Drittel der Straßen in Finnland sind Schlammstraßen oder Sandwege.

Eigentlich wollten wir noch einkaufen, aber der örtliche Supermarkt – der wohl gleichzeitig auch als Tankstelle dient – hatte nicht die erwünschte Auswahl. Also beließen wir es bei zwei Flaschen Cola und ekelhaft süßen Teilchen mit Marmeladenfüllung und setzten unsere Fahrt fort.

Über Kittilä ging es nach Levi, das ein bekannter Ort für Skitourismus ist. Unsere Unterkunft befand sich in einem Haus auf einer kleinen Haustierfarm. Beim Blick vom Essenstisch konnten wir daher auf rangelnde Ziegen und ein grunzendes Minischwein hinunter blicken.

Abends gingen wir noch auf Polarlichtjagd. Aufgrund der Bewölkung bekamen wir zwar keine Polarlichter zu sehen, dafür sichteten wir unseren ersten Elch sowie zwei Füchse, die meinten, sich gegenseitig über die Straße scheuchen zu müssen.

Der Vorteil daran, dass wir verhältnismäßig früh im Bett landeten, war, dass wir am nächsten Morgen zeitig los konnten. Unser Ziel sah folgendermaßen aus:

Wir hatten keine Ahnung, ob es einen sinnvollen Weg nach oben gab, wollten aber unbedingt auf diesen „Berg“. Nach einer Weile stießen wir tatsächlich auf einen Hinweis, wo es lang gehen könnte:

Stellenweise ging es ziemlich steil nach oben und es machte sich bezahlt, dass wir beide unsere hohen Wanderschuhe trugen. Unterwegs hatten wir weitere Begegnungen mit der hiesigen Fauna. Neben einer Art Schneehuhn – zumindest vermuten wir, dase es sich um eines handelte – sahen wir eine Schlange:

Nach einigen weiteren anstrangenden Höhenmetern, bei denen uns trotz einer Temperatur von 10 Grad richtig warm wurde, erreichten wir den Gipfel und wurden mit einer herrlichen Aussicht auf die endlose Weite der herbstlich gefärbten Wälder belohnt.

Nach einer kurzen Pause und vielen Fotos machten wir uns an den Abstieg, wählten aber einen anderen Weg. Zugegeben, wir wussten nicht, wo wir am Ende heraus kommen würden, aber das machte es interessanter.

Wie auch bereits der Hinweg, erwies sich der Weg nach unten als anspruchsvoll, da stellenweise eine große Steigung im Gelände zu überwinden ist.

Manchmal wurde aus dem Wanderweg ein Geröllfeld oder ein Steg:

Hier noch mal ein Beispiel dafür, wie extrem das bunte Laub der Bäume leuchtet. Diese Zeit des Jahres bezeichnet man hier übrigens als ruska.

Abgesehen von farbenfrohen Bäumen gibt es im Moment auch Unmengen an Beeren. Die Waldböden sind komplett bedeckt mit niedrigen Beerensträuchern.

Aufgrund unserer Unkenntnis waren wir allerdings nicht in der Lage zu erkennen, ob das, von dem wir glauben, dass es Blaubeeren sind, auch wirklich welche sind. Und da wir ja keine Experimente mehr beim Essen machen wollten, haben wir es uns gespart, welche zu pflücken.

Morgen geht es mit dem Auto weiter. Wir werden drei Nächte in Muonio verbringen und danach wird es wohl leider schon wieder Richtung Süden gehen.

Essensexperimente

Also, wir haben vorhin nach unserer Wanderung und viel zu schärfen Asianudeln für Miriam beschlossen, dass wir keine Experimente mehr beim Essen machen wollten.

Also, einkaufen wollten wir nicht mehr. Burger King oder Subway wollte Miriam nicht. Also haben wir aus dem, was da war, probiert etwas zu kochen. Es ist neutral und unsere Familien haben die exklusiven Fotos davon bekommen (die ich euch hier natürlich nicht vorenthalten will).

Um was handelt es sich im unteren Topf???

Naaaa???

Keine Idee?

Es ist:

Erdnusssoße. Also das sollte sie werden…

Miriam findet wir hätten doch Burger essen gehen sollen…

Rovaniemi – Napariiri – Lohiniva

Da wir hier nur eine eingeschränkte Wlan-Verbindung haben (in der Sauna), kommt heute erst ein Eintrag. Typisch Finnisch: Aus der Sauna (also dem Vorraum der Sauna).

Gestern Morgen war es ziemlich frisch, aber es regnete nicht mehr. Wir hatten im Auto gemütliche 9 °C. Dabei war einiges an Kondenswasser im Auto, am Tarp und an den Rädern.

Beim Einpacken kam dann die Sonne raus. War so ein komisches helles Ding am Himmel… musste ersteinmal überlegen, was das wohl ist. 😉

Unser erstes Ziel war Rovaniemi. Ich glaube, wir saßen ganze 10 Minuten im Auto, um den ersten Fotostop einzulegen. Der zweite folgte dann auch nicht viel später:

Die Fahrt war sonnig und schön. Den Versuch, das Radio des Ducs zu einem sinnvollen Sender zu führen, haben wir nach kurzer Suche aufgegeben. Der Rekord war bei 1,5 Stunden um Kuopio. Wir sind dann auf die Playlists meines Telefons und die Bluetoothbox umgestiegen (aber irgendwann ist das auch nix mehr).

In Rovaniemi haben wir erstmal auf dem Weg zum nördlichsten Mc Donalds einen „Angry Birds Activity Parc“ (Angry Birds ist so ein Spiel mit wütenden Vögeln, und es war eine Mischung aus Sportpark und Spielplatz) mit Boulderwürfeln gesehen (also so Klettergriffe für Kinder an so Würfeln). Miriam geht regelmäßig Bouldern und musste ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Im Anschluss an dieses Foto hat sie dann probiert, welche Eigenschaften ihr Hintern so zum Abfangen eines Sturzes hat.

Kommentar von Miriam: Dieser Boulder war einfach katastrophal geschraubt, das hat so keinen Sinn ergeben.

Also, wir sind dann zum Mc Donalds gegangen und haben dort eine Kleinigkeit gegessen. Es ging nur um das Prinzip, dort gewesen zu sein. Auf dem Rückweg zum Auto haben wir noch Bargeld abgehoben und sind mit den ersten Regentropfen wieder am Auto angekommen. Es regnete (mal wieder). Wir sind eingekaufen gefahren, da wir uns in einer Hütte „in the middle of nowhere“ eingemietet haben und weil der nächste Supermarkt 17 km entfernt ist, haben wir ein bisschen mehr eingekauft. Es regnete immer noch….

Auf dem Weg zum Nordpolarkreis (Finnisch: napapiiri) haben wir dann wieder blauen Himmel gehabt. Dort haben wir auch ein paar Fotos gemacht und die Weihnachtsmusik dazu genossen.

Kommentar Miriam: Mein Highlight war die deutsche Touristengruppe, die anscheinend auf dem Weg zum Nordkapp war und ihre Polarkreistaufe absolviert hat. Auf drei alle über den Kreis schreiten, damit der Tourleiter ein Foto davon machen kann 😀

Dann ging es weiter, 89 km einer Straße folgen, die noch mehr oder weniger gut war. Es schüttete unterwegs, gab Regenbogen und grandiose Farbkombinationen mit buntem Laub, grauen Wolken und Sonne. Wir durften dann abbiegen. Diese Straße hat ihren Namen als Straße auch noch verdient. Und nach 3,3 km sind wir wieder abgebogen. Diese Straße hat ihren Namen nicht mehr verdient. Mein Duc ist jetzt zum einen dreckig und diese ganzen Schlaglöcher. Drum herum fahren ging nicht, mehr als 30 km/h teilweise auch nicht… naja, so braucht man für 10 km auch mal fast 20 Minuten. Aber das Navi hatte das schon so richtig berechnet.

Nun sind wir hier in einer Hütte mitten im Nix. Es gibt Wald, Rentiere, einen Fluss, ein paar Nachbarn, Pferde direkt hinter der Hütte und eine Sauna (in der wir grade sitzen). Es hat gestern Abend noch ein bisschen geregnet und abends mussten wir dann noch Polarlichter gucken. Praktisch: Licht in der Hütte aus. 10 Meter laufen: Perfekt!

Heute haben wir ausgeschlafen und waren im Wald spazieren und haben ein paar Fotos gemacht und mehr oder weniger die Ruhe genossen (es gibt so ein paar Quadfahrer und so…).

Etwas Gulasch (den wir in XXL-Familienportion gekocht haben) gegessen und gegammelt. Natürlich auch Fotos und Film bearbeitet und eigentlich nichts getan. Grade klart der Himmel etwas auf, gleich gibt es Essen und vielleicht noch Polarlichter?

Mal schauen, ob wir uns morgen wieder melden oder erst am Montag wieder. Wir haben nur so einen groben Plan, wo es hin gehen soll, ist auch vom Wetter abhängig…

Ranua Zoo

Heute hatten wir einen ruhigen Tag, da keine Autofahrt anstand. Stattdessen ging es in den Zoo von Ranua, in dem es ausschließlich Tiere aus der Polarregion gibt. Fun Fact: Hier lebt der einzige Eisbär in Finnland.

Das bitte ich nicht zu wörtlich zu nehmen:

Kommentar von Jana: Doch eigentlich schon…

Jana war sehr begeistert und hat fleißig Tiere fotografiert. Vor allem Vögel waren zahlreich vertreten. Hier eine kleine Auswahl:

Außerdem gab es die wunderbare Möglichkeit, sich mit einer Eisbärenfamilie auf einer schmelzenden Eisscholle zu fotografieren. Klingt im ersten Moment etwas befremdlich, soll aber auf den Klimawandel aufmerksam machen.

Das sind Eisbären in Lebensgröße. Dem möchte man ungern begegnen.

Wie schon am Tag zuvor war das Wetter leider unbeständig, sorgte andererseits aber auch für schöne Fotomotive:

Selbst der innere Schweinehund blieb da lieber in seiner Höhle:

Natürlich durften Rentiere nicht fehlen. Wir hatten ja bereits gestern auf der Fahrt das Vergnügen, welche am Straßenrand zu sehen.

Am Nachmittag machten wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Wald. Unterwegs schüttete es ein paar Mal kräftig, aber wir wurden durch solch schöne Aussichten entschädigt:

Irgendwann bekamen wir sogar wieder etwas blauen Himmel zu sehen:

Man weiß nicht so genau, was da drauf steht, aber Jana fand dieses Schild sehr ansprechend:

Jana: Natürlich, die Übersetzung von Google war auch nicht sehr hilfreich dazu…

Ebenso spannend wurde es, als wir Wäsche waschen und trocknen wollten. Weder Jana noch ich hatten je einen Trockner benutzt. Also ist es eine gute Idee, es auszuprobieren, ohne die Programme lesen zu können. Unsere Wäsche hat aber überlebt und scheint auch noch genauso groß wie vorher zu sein 😉

Die letzte Aktion des Tages war Abendbrot, bei dem Jana noch mal experimentierfreudig wurde. Was ist das?

Vielleicht ist es im gebratenen Zustand besser zu erkennen:

Nein, das ist kein gebratener Blauschimmelkäse, sondern ein Pfannkuchen mit Blaubeersuppe 🙂 schmeckte aber schleimig, weil der nicht richtig durch war.

Kuopio – Oulu – Ranua

Klingt für mich wie eine lange Zeile an willkürlich aneinander gereihten Buchstaben.

Heute Morgen sind wir, nachdem Miriam heute Nacht das Auto halb zum U-Boot erklärt hat, in Kuopio bei Regen Richtung Norden aufgebrochen.

Wir haben ziemlich viel Zeit im Duc beim Fahren verbracht. Nach 2 Stunden waren die Heckscheiben dann auch endlich frei von Kondenswasser. Wir haben viel gegessen und hatten für die Pause folgende Vorstellungen:

1. Parkplatz

2. Keine anderen Menschen

3. Hütte mit Dach

4. Seeblick

Wir haben dann Asianudeln gegessen und dabei den folgenden Ausblick von einer Hütte aus genossen:

Irgendwann waren wir dann in Oulu zum Tanken und Einkaufen. Der Duc wollte noch etwas Öl und irgendwie anfangs nicht richtig anspringen. Lief dann aber mit ein paar Worten wieder.

Fun Fact: In Oulu findet jedes Jahr die Weltmeisterschaft im Luftgitarre spielen statt.

Von dort aus waren es noch 2 Stunden, 160 km. Es war alles dabei von Wolken hell bis massiver Wolkenbruch.

In Ranua haben wir aktuell gemütliche 10 °C. Das Tarp steht vor dem Duc damit es nicht reinregnet, wenn man die Türen auflässt.

Porvoo – Heinola – Savonlinna

Da wir gestern kein Wlan hatten und keine Motivation, einen Blogeintrag übers Telefon zu schreiben, gibt es hier nun die Zusammenfassung von 2 Tagen.

Gestern sind wir von Helsinki nach Porvoo aufgebrochen, um dort noch einmal Erdgas zu tanken und die Holzhäuschen anzuschauen. Wir wollten in die Stadt und sind wieder einmal im Wald gelandet. Haben dabei ein Eichhörnchen gesehen… und uns darüber sehr gefreut (Stadtkinder halt).

Im Anschluss gab es natürlich noch das Touriprogramm.

Der Ort ist klein, aber es gab einige Touristengruppen, viel Kopfsteinpflaster und hoch und runter innerhalb der Stadt. Wir waren shoppen, es gab PINKE Papiertüten. Nein, es gab keine Unterwäsche, sondern Schokolade. 🙂

Im Anschluss sind wir der E75 nach Heinola gefolgt. Aufmerksame Leser wissen, dass wir mit dieser Straße weiter im Norden letzten November bereits eine innige Verbindung eingegangen sind.

Der Campingplatz war direkt am Wasser gelegen, auf einer kleinen Insel. Mit Blick, na auf was wohl? Die E75 Brücke. Wir waren relativ früh vor Ort und haben noch die Hängematte ausprobiert und uns dabei fast auf die Fre… gelegt. 😀

Miriam wollte ein Foto vom Duc und uns beiden haben mit Finnland Fahne, das haben wir dann auch noch gemacht.

Am nächsten Tag wollte Miriam gerne ein Schloss sehen, also sind wir ungefähr 200 km nach Osten gefahren, um uns bei Regen ein wirklich schönes Schloss anzugucken. Und um noch einmal Erdgas zu tanken. Wir sind dann bei mehr oder weniger starkem Regen am Schloss gewesen und etwas spazieren gegangen. Kommentar von Miriam: Das Schloss ist in Savonlinna.

Der Schweinehund darf natürlich auch nicht fehlen. Also hier ist er:

Die Robbe, auf der er liegt, ist eine Art, die es nur in diesem (ziemlich großen) See gibt.

(Klugscheißer)Kommentar von Miriam: Das ist die Saimaa-Ringelrobbe und der Saimaa See ist der größte des Landes.

 

Wir haben unsere weitere Reise für die nächsten Tage geplant. Morgen werden wir nach Ranua ein paar Kilometer abrocken (450 ungefähr), dort bleiben wir 2 Tage und gucken uns den Zoo an und gammeln etwas (vielleicht schaffe ich es mein Toxy auszuführen?!). Danach geht es noch weiter in den Norden, um zu entspannen und wandern zu gehen. Und hoffentlich Polarlichter zu sehen.

Wir müssen jetzt ins Bett.

FAQ – Häufige Fragen, Teil I

F: Ist es nicht dauerhaft dunkel / hell in Finnland?

A: Nein, wir sind kurz vor der Tagnachtgleiche hier, die Tageslänge ist vergleichbar mit der in Deutschland.

F: Liegt da Schnee?

A: Mit dem ersten Schneefall kann man in Lappland ab Oktober rechnen, im Süden ab Anfang Dezember. Deshalb haben wir auch schon Winterreifen drauf, der erste Nachtfrost kann schon im September kommen.

F: Es ist doch bestimmt kalt in Finnland! Oder?

A: Hier ein Foto von heute Mittag, grade (19.07 Uhr) haben wir noch 15°C.

F: Wie ist das mit den Mücken?

A: Wir hoffen, dass die meisten schon das Zeitliche gesegnet haben. Spätestens wenn es friert, aber ich habe schon einen Mückenstich am Bein.

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